Die Lust auf die Lust: Was Sie gegen die Flaute im Bett tun können

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Sexuelle Unlust ist garantiert nichts, über das man gerne spricht. Job, Familie, Freizeit: Alles muss heute perfekt, locker und entspannt von der Hand gehen. Dazu gehört auch ein ausgefülltes, spannendes und immer wieder neues Sexualleben. Aber wie soll das bei der Flut an Aufgaben gehen? Wie findet man einen offenen und entspannten Zugang zueinander? Wie spricht man ehrlich über die eigenen Wünsche? Und vor allem: Wie entsteht Lust, wenn die Unlust vorherrscht? Ehrliche Antworten auf Tabufragen.

Manchmal ist es wie verhext mit der Lust: Sie wünschen sich Zärtlichkeit, Sie wollen Sex mit Ihrem Partner – aber die eigene Unlust macht Ihnen einen Strich durch die Rechnung. Statt eines zärtlichen Rendezvous endet das partnerschaftliche Stelldichein im Streit oder zumindest in schlechter Stimmung.

Das Gute zuallererst: Unlust ist genauso normal wie Lust. Vermeiden Sie deshalb, Ihre Unlust als unnormal anzusehen und sie zugleich zu pathologisieren. Vielmehr ist es wichtig, sich klar zu machen, ob die eigene Unlust problematisch ist. Heißt im Klartext: Kommen Sie selbst gut damit klar und Ihr Partner auch? Dann ist auch eine sexlose Beziehung durchaus denkbar und keinesfalls ein Grund für Streit oder sogar eine Trennung.

Leiden Sie oder Ihr Partner allerdings unter der sexuellen Unlust, dann sollten Sie das Problem in Angriff nehmen. Der erste Schritt: Fragen Sie sich, woran die Unlust liegen könnte. Häufig bleibt in aufreibenden Lebenssituationen wenig Zeit für Zärtlichkeit. Sind Sie beruflich stark eingebunden? Haben Sie eine Geburt hinter sich? Haben Sie gerade eine Krankheit bewältigt? Schwere und anstrengende Lebensphasen bringen sexuelle Unlust häufig mit sich. Je entspannter man dabei bleibt, desto eher stellt sich die sexuelle Lust auch wieder ein, wenn Stress und Anspannung langsam weniger werden. Hier gilt: Lassen Sie die Unlust zu und besprechen Sie das auch mit Ihrem Partner. Ist die Phase wieder vorbei, kommt die Lust meist auch wieder.

Doch was, wenn die sexuelle Unlust auch in entspannteren Lebensphasen bleibt? Gut, wenn Sie den Blick auch einmal auf sich selbst richten. Was gefällt mir nicht am Sex mit meinem Partner? Was gefällt mir vielleicht sogar an meinem Partner nicht? Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oder Wünsche, die in Ihrer Partnerschaft tabuisiert werden, können die Mauer zwischen Ihnen und Ihrer Lust noch größer machen. Deshalb gilt: Sprechen Sie drüber! Offen. Ehrlich. Locker. Sie werden sich wundern, wie sehr Offenheit neue Reize setzen kann.

Manchmal kann man übrigens auch in körperlicher Hinsicht für mehr Gefühl und Erregung sorgen. Als Schlüssel für ein gutes und erfülltes Sexualleben wird häufig der Beckenboden genannt. Den meisten jüngeren Frauen ist er ziemlich unbekannt. Erst wenn Frauen bereits ein Kind geboren haben, wird sein Dasein wirklich interessant, denn der Beckenbodenmuskel unterstützt den unteren Teil der Harnröhre, sowie die Schließmuskeln von Harnblase und Anus. Gerade nach einer Geburt kann der Beckenboden stark beansprucht sein und infolge dessen sogar für Inkontinenz sorgen. Das Schöne: Wer seinen Beckenboden trainiert, der kann auch gleichzeitig seine sexuelle Lust erhöhen, denn ein gestärkter und trainierter Beckenbodenmuskel sorgt für eine deutlich größere Chance, zu einem koitalen Orgasmus zu kommen. Überhaupt nimmt die sexuelle Empfindungsfähigkeit durch einen starken Beckenboden enorm zu. Eine praktische Übung dafür: Der Aufzug! Dabei spannen Sie Ihren Beckenbodenmuskel leicht an und fahren dann – symbolisch – vom Erdgeschoss bis in den vierten Stock, das heißt, Sie spannen den Beckenboden immer stärker an und halten die Anspannung zwischendurch, bevor sie wieder ein Stück stärker wird. Anschließend geht es mit dem Aufzug wieder herunter bis sich die Anspannung im Erdgeschoss wieder vollständig löst. Wie Sie Ihren Beckenboden erfühlen können? Ganz einfach: Versuchen Sie auf der Toilette einmal, den Urinstrahl durch Muskelkraft zu unterbrechen. Genau jetzt nutzen Sie Ihren Beckenboden! Das Schöne: Übungen für den Beckenboden können Sie ganz unbemerkt machen. Setzen Sie sich für die Übungen bestimmte Eselsbrücken und trainieren Sie beispielsweise immer beim Telefonieren, beim Autofahren oder beim Einkaufen. Sie werden sehen: Es lohnt sich!

Bei Männern kann die Förderung der sexuellen Erregbarkeit schwieriger sein. Doch auch hier gibt es interessante Tipps, um die Libido zu steigern. Häufig hilft Männern, das eigene Sportpensum zu steigern. Denn bei sportlicher Betätigung werden bestimmte Hormone ausgeschüttet, die die Lust steigern können. Besonders gut funktioniert das, wenn beide Partner gemeinsam Sport treiben, da dadurch auch die Bindung gestärkt werden kann. Ähnliches gilt übrigens auch für Entspannungsmethoden wie Pilates oder Yoga. Hierbei werden ebenfalls Glücks- und Bindungshormone ausgeschüttet, die das Sexualleben in positiver Hinsicht gestalten. Besonders praktisch: Trainierter und fitter werden Sie dadurch auch noch. Perfekt, oder?

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